Forschungsarbeit zur Digitalisierung von Seilbahnbetrieben

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«Digitale Transformation bei den Seilbahnen». Dies ist der Titel der Forschungsarbeit von Jennifer Ruef. Es stimmt, dass wir zwar die Bedeutung der Seilbahnen in der lokalen Wirtschaft kennen, aber weniger über ihren Stand im Hinblick auf die digitale Technologisierung wissen. Wie gehen die Seilbahnen damit um, was manche als eindeutigen Wettbewerbsvorteil betrachten? Mit welchem Erfolg? Und sind die Vorteile der Digitalisierung in der Realität dort zu finden, wo sie gesehen werden?

Auf der Grundlage von 14 Interviews hat die Bachelor-Studentin der HES-SO Wallis das Wesentliche herausgearbeitet und mögliche Antworten auf ihre Forschungsfrage und ihre untergeordneten Fragen entwickelt. Anhand der von ihr erstellten Bestandsaufnahme stellt sie fest, dass die meisten Akteure der Schweizer Seilbahnen einen gewissen Mangel an digitalen Kompetenzen anerkennen. Nach Ansicht zweier von der Studentin befragter Experten gibt es zwei Gründe für das noch beschränkte digitale Bewusstsein der Branche im Vergleich zu anderen Tourismussektoren. Dabei erschweren in erster Linie die zahlreichen strengen Vorschriften für die Sicherheit der Anlagen die Digitalisierung. Dies gilt insbesondere bei der Automatisierung des Seilbahnbetriebs.

Zudem tun sich die Seilbahnen immer noch schwer damit, sich als etwas anderes als ein rein technisches Unternehmen zu sehen. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwei Seilbahnen bereits eine Ausnahme bilden, da sie unter ihresgleichen schon einen guten Ruf für ihre digitale Kompetenz geniessen. In diesem Sinne sind sie ein Vorbild für ihre Kollegen und spielen eine treibende Rolle bei der digitalen Innovation. Durch die Erschliessung neuer Märkte verspricht die digitale Technologie, in einem sich wandelnden Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. In der Tat haben die Schweizer Skilifte im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz bereits einen bemerkenswerten digitalen Technologiestand erreicht.

Unabhängig von ihrer Grösse wollen einige Seilbahnen das Niveau derjenigen Betriebe erreichen, die bereits über eine digitalisierte Technologie verfügen. Auch wenn die Grösse kein Hindernis für dieses Ziel darstellt, so zeigt sich doch, dass die angestrebte Digitalisierung eher von grossen Seilbahninstallationen erreicht wird. Die finanziellen Mittel sind dabei nicht unerheblich. Dabei scheint vor allem eine bereits vorhandene digitale Infrastruktur eine Schlüsselrolle zu spielen. Da die Vorteile der digitalen Technologie jedoch eher in grösseren Unternehmen zum Tragen kommen, ist es wichtig zu beachten, dass kleinere Seilbahnen nicht immer von der digitalisierten Technologie profitieren können werden – zumindest nicht in allen Geschäftsbereichen.

Zu den digitalen Errungenschaften gehören Online-Verkauf, digitales Marketing und automatische Beschneiung. Die Umsetzung der Digitalisierung betrifft alle Unternehmensbereiche, wobei am meisten jedoch in die internen Unternehmensprozesse und die Kundenabteilung investiert wird. Neben der Datenerfassung, die in erster Linie der Kundenabteilung dient, liegen die Chancen der Digitalisierung auch in der Kundenkommunikation, der Prozessoptimierung und vor allem in der daraus resultierenden Einfachheit für den Kunden («Convenience»). Diese Projekte stossen jedoch häufig auf eine unsichere Finanzierung. Ausserdem ist eine zu erwartende verzögerte Kapitalrendite bei der Investitionsentscheidung nicht gerade hilfreich. Zu dieser grossen Herausforderung der Digitalisierung kommt der Mangel an digitalem Know-how, an digitaler Akzeptanz und an der Kontinuität der digitalen Systeme hinzu. Schliesslich kann es bei der Fülle von digitalen Projekten, die durchgeführt werden könnten, schwierig sein sich für das eine oder andere zu entscheiden, um sich auf die digitalen Projekte zu konzentrieren, die für das Unternehmen nützlich sind. Dies ist eine weitere grosse Herausforderung für die Seilbahnen.

Finden Sie die detaillierte Zusammenfassung sowie den Studienbericht auf der Website : Walliser Tourismus Observatorium

 

Quelle: Walliser Tourismusobservatorium.

Bildnachweis: © Valais/Wallis Promotion / Pascal Gertschen

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