In Moosalp verändert die Digitalisierung den touristischen Empfang

In Moosalp im Oberwallis haben sich die Informationsgewohnheiten der Gäste verändert. « Die Gäste kommen weniger ins Tourismusbüro und informieren sich vermehrt selbstständig », stellt Sophia Rzymski-Lehner, Co-Präsidentin der Moosalp Tourismus AG, fest. Die erfassten Frequenzen bestätigen einen kontinuierlichen Rückgang der Besuche, während sich die Ankünfte heute auf unterschiedliche Tageszeiten und Zeiträume verteilen. Diese Entwicklung stellt das traditionelle Modell des touristischen Empfangs zunehmend infrage.

Eine App als neuer Zugang zur Destination
Als Reaktion darauf hat sich Moosalp entschieden, den Empfang neu auszurichten und auf eine touristische App, die jederzeit zugänglich ist, zu setzen. « Heute können wir den Gästen 24/7 Informationen anbieten. Sie können sich informieren, Tickets digital lösen und bleiben mit der Region verbunden, auch wenn sie gerade nicht vor Ort sind », erklärt Sophia Rzymski-Lehner.

Ein digitaler Guide für die Gäste
Für Maël Stucky, Verantwortlicher für das Produkt Megaphone, steht die jederzeitige Verfügbarkeit von Informationen im Zentrum. « Der Gast hat heute einen virtuellen Guide in seiner Hosentasche. Er kann sich vom Hotelzimmer aus, auf einem Wanderweg oder im Dorf informieren.»
Die ursprünglich zur Stärkung der internen und externen Kommunikation von Gemeinden entwickelte Lösung wurde an die Bedürfnisse des Tourismus angepasst und digitalisiert heute das Gästeerlebnis in Moosalp. Die App umfasst eine interaktive Karte mit Aktivitäten, Echtzeitinformationen zu Infrastrukturen sowie einen virtuellen Assistenten auf Basis von künstlicher Intelligenz, der konkrete Alltagsfragen beantworten kann.

Ein hybrider Empfang – physisch und digital
Die digitale Lösung ersetzt das Tourismusbüro und den persönlichen Kontakt nicht, sondern ergänzt sie. Gäste können das Tourismusbüro jederzeit nutzen und sich vor Ort über interaktive Screens informieren. Dieser hybride Ansatz verbindet operative Effizienz mit Servicequalität und trägt den veränderten Gewohnheiten der Besucher Rechnung.

Ein regionales Loyalty-Programm im Aufbau
Die digitale Entwicklung wird mit einem regionalen Loyalty-Programm weitergeführt. « Das Ziel ist es, das lokale Ökosystem zu stärken », erklärt Miriam Tufan, Leiterin der Kreativagentur Ohooo und des Kassensystems Adiutor. Gäste können bei Partnerbetrieben Moosalp-Coins sammeln und diese später gegen Gutscheine oder Merchandising eintauschen.

Digitourism als Beschleuniger des Projekts
Dass diese Transformation umgesetzt werden konnte, ist auch der Unterstützung von Digitourism zu verdanken. « Das Projekt ist zeit- und ressourcenintensiv. Ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, so schnell voranzukommen und diese Qualität zu erreichen », betont Miriam Tufan.
Über die finanzielle Unterstützung hinaus übernahm Digitourism eine vermittelnde Rolle und ermöglichte es, dass die in Moosalp entwickelte Lösung heute einsatzbereit ist und auf andere Destinationen übertragen werden kann. 

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