Das Pays du Saint-Bernard gehört zu den Pionieren der Tourismuspässe im Wallis. Der Pass wurde bereits 2016 eingeführt. Die Region ist besonders bei Wanderern beliebt, die die Tour du Mont-Blanc absolvieren. Deshalb möchte die Destination ihre Winteraktivitäten weiterentwickeln, insbesondere durch Investitionen in ganzjährig nutzbare Angebote. Anlässlich der Digitourism-Tage im vergangenen Mai in Champex-Lac blickte Gaëtan Tornay, Direktor des Tourismusbüros, auf die Entwicklung einer Destination zurück, die jährlich 220’000 Logiernächte verzeichnet und zur Bewältigung ihrer Herausforderungen auch verstärkt auf digitale Lösungen setzt.
Das Pays du Saint-Bernard umfasst die Gemeinden Orsières, Liddes und Bourg-Saint-Pierre in Zusammenarbeit mit Bovernier und Sembrancher. Dank der strategischen Lage am Grossen– Sankt– Bernhard –Pass empfängt die Region bereits seit dem Mittelalter Reisende. Der Freizeittourismus begann in Champex-Lac um 1850, bevor in den 1960er-Jahren der Skisport Einzug hielt und sich der Tour du Mont-Blanc in den 1990er-Jahren etablierte. «Dieses Produkt ist für uns aussergewöhnlich, dank der weltweiten Bekanntheit des Mont Blanc», betont Gaëtan Tornay. Heute durchqueren jedes Jahr 75’000 Wanderer die Region allein auf dieser Route.
Diese grosse Beliebtheit der Tour du Mont-Blanc stellt zugleich eine Herausforderung für die kommenden Jahre dar. Die Destination muss die Dynamik der Sommersaison nutzen, um den Gästen auch die winterliche Seite der Region näherzubringen. Um mehr Besucher im Winter anzuziehen, sind zudem Investitionen erforderlich. Vor diesem Hintergrund haben die Gemeinden Orsières und Liddes 2019 einen Fonds für touristische Infrastrukturen geschaffen, der durch einen Teil der Kurtaxen und Beherbergungsabgaben finanziert wird. Dieser Fonds generiert jährlich 750’000 Franken und übernimmt 50 % der Finanzierung von Projekten wie einem neuen Sessellift, dem Wiederaufbau des Restaurants La Breya oder einer Skihütten-Gaststätte in La Fouly.
Der Pass «Saint-Bernard» als zentrales Instrument
Der 2016 eingeführte Pass «Saint-Bernard» bietet unbegrenzten Zugang zu 15 Aktivitäten, drei Skigebieten, den Busverbindungen, einer Partnerschaft mit Verbier sowie einem Vorteilsheft. Er kostet CHF 159.– in der Standardversion beziehungsweise CHF 69.– für Inhaber eines Abonnements einer anderen Bergbahnstation. Jährlich werden rund 14’000 Pässe verkauft.
Die Digitalisierung spielt bei der Verwaltung des Passes «Saint-Bernard» eine immer wichtigere Rolle. Abonnemente können inzwischen elektronisch kontrolliert und online aufgeladen werden. «Bereits 38 % der Inhaber haben ihren Pass online aufgeladen», erklärt Gaëtan Tornay. Die Ambitionen gehen jedoch noch weiter. «Unser Traum ist es, alles auf dem Smartphone zu haben und den Zugang zu den Aktivitäten über Terminals zu ermöglichen, ohne das Smartphone überhaupt aus der Tasche nehmen zu müssen.»
Für das Pays du Saint-Bernard ist die Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern ein konkretes Mittel, um den Aufenthalt der Gäste zu vereinfachen und die Attraktivität einer Destination zu stärken, die konsequent auf das Vier-Jahreszeiten-Modell setzt.
Aufgezeichnet am 27. Mai in Champex-Lac anlässlich der Digitourism-Tage.